Reformen ohne Tabu - 95 Thesen für Österreich. Sichern Sie sich Ihr Exemplar!

Reformen ohne Tabu

95 Thesen für Österreich

23 Autoren skizzieren in 95 Thesen in welche Richtung Reformen und Veränderungen für die Zukunftsfähigkeit Österreichs gehen könnten.

  • “Geradezu umstürzlerisch.”


    Neue Zürcher Zeitung
  • “Experten mit Mut.”


    Kurier
  • “In kleinen Schritten zum großen Wurf.”


    Trend
  • “Do Tank statt Think Tank.”


    BÖRSEN-KURIER

Herbert Tumpel

Herbert Tumpel (* 9. März 1948 in Wien) ist Präsident der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien (AK Wien) und der Bundesarbeitskammer (BAK). Herbert Tumpel besuchte die Höhere Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie (1962–1967). Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien (1973) war er Mitarbeiter im Volkswirtschaftlichen Referat des ÖGB (1973–1983). Von 1983 bis 1987 war er Leiter des Volkswirtschaftlichen Referates des ÖGB und Leitender Sekretär des ÖGB von 1987 bis 1997. Zusätzlich war er in der Zeit von 1987 bis 1997 Aufsichtsratschef der BAWAG. In dieser Position folgte ihm Günter Weninger nach. Seit 1997 ist er Präsident der AK Wien und der Bundesarbeitskammer.
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Wer will, dass länger gearbeitet wird, muss das auch möglich machen (1.)

REPLIK AUF LEOPOLD STIEGERS THESEN:

Den Thesen von Leopold Stieger zum Pensionssystem kann ich nur zum Teil folgen. Wer will, dass länger gearbeitet wird, muss das vor allem auch möglich machen. Folgendes möge als Denkanstoß dienen:

  1. Im Jahr 2010 betrug das durchschnittliche Zugangsalter bei Alterspensionen bei Männern knapp 63/bei Frauen über 59 Jahre, bei der Invaliditätspension knapp 54 Jahre bei Männern/rund 49 bei Frauen.
  2. Wir haben jährlich 70.000 Anträge auf Invaliditätspension, 40.000 werden abgelehnt, aber 30.000 gehen in Invaliditätspension. Das zeigt: Nicht das faktische Pensionsantrittsalter sondern die Invaliditätspensionen ist die sozialpolitische Herausforderung.
  3. Psychischen Erkrankungen als Ursache für Pensionierungen haben sich in 10 Jahren nahezu verdoppelt. Hier brauchen wir eine Präventionsoffensive.
  4. Rund 40 Prozent von krankheitsbedingten Neuzugängen erfolgen aus der Arbeitslosigkeit, 30 Prozent aus dem Krankengeldbezug und nur rund 25 Prozent aus der Erwerbstätigkeit.

Das zeigt, dass viele Unternehmen ältere, gesundheitlich beeinträchtigte ArbeitnehmerInnen einfach kündigen. Da brauchen wir eine neue Unternehmenskultur und -organisation in deren Zentrum auch alternsgerechte Arbeitsplätze stehen.


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