Reformen ohne Tabu - 95 Thesen für Österreich. Sichern Sie sich Ihr Exemplar!

Reformen ohne Tabu

95 Thesen für Österreich

23 Autoren skizzieren in 95 Thesen in welche Richtung Reformen und Veränderungen für die Zukunftsfähigkeit Österreichs gehen könnten.

  • “Geradezu umstürzlerisch.”


    Neue Zürcher Zeitung
  • “Experten mit Mut.”


    Kurier
  • “In kleinen Schritten zum großen Wurf.”


    Trend
  • “Do Tank statt Think Tank.”


    BÖRSEN-KURIER

Hochschulreform

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Hochschulreform (1.)   USER-THESE

Staat finanziert volkswirtschaftlich sinnvolle Studienplätze – die Studenten finanzieren mit

Es wird bundeseinheitlich festgelegt, wie viel Absolventen für welche Studienfächer volkswirtschaftlich sinnvoll sind. Auf dieser Basis werden die vom Bund finanzierten Studienplätze pro Universität / Fakultät festgelegt. Es steht den Universitäten frei, wie sie den Zulassungsmodus für diese Plätze festlegen. Zusätzlich muss jeder zugelassene Student eine Studiengebühr bezahlen – abgefedert durch ein entsprechend einkommens- und entfernungsabhängiges Stipendiensystem /Absolventen verdienen später mehr).
Den Universitäten steht es frei, zusätzliche Sponsoren zu gewinnen bzw. zusätzliche Studienplätze zu schaffen , für die aber entsprechend kostendeckende Gebühren von den Studenten bezahlt werden müssen. In den Vereinbarungen mit dem Bund sind aber auch Qualitäts- und Leistungsmerkmale enthalten sein(speziell was die Raum- / Labor- und Betreuungsdichte für die Studenten betrifft) und von den Universitäten sukzessive erreicht und eingehalten werden müssen.

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Die niedrige AkademikerInnenquote ist international peinlich! (2.)

REPLIK AUF HANS PECHARS THESEN:

Die längst totgesagten Studiengebühren sind nicht nur Thema – sie werden zum Allheilmittel für alles, was derzeit bildungspolitisch falsch läuft, hoch stilisiert. Das ist aus mehreren Gründen absurd. Hochschulen dienen der Aufgabe, einer Gesellschaft zu ermöglichen sich weiterzuentwickeln und die Lebensverhältnisse aller zu verbessern. Dieses “Gemeinwohl” sicherzustellen ist die Aufgabe des Staates und muss daher auch öffentlich finanziert zu werden. Die derzeitigen Forderungen nach Gebühren sind ungerecht, sowie undurchdacht: Sie zwingen Menschen ein Studium gar nicht erst zu beginnen oder es mangels finanzieller Absicherung abzubrechen. Dabei arbeiten 60 Prozent aller Studierenden Teilzeit und der Großteil lebt unter der Armutsgrenze. Studiengebühren treffen jene die aus bildungsfernen Familien kommen am Härtesten – genau wie die Kürzung der Familienbeihilfe diesen Sommer. StudienabbrecherInnen, die es in Folge von Studiengebühren zu Hauf geben wird, kosten staatliche Mittel und machen sich in den scheinbar so wichtigen Rankings auch nicht gut. Die niedrige AkademikerInnenquote ist international peinlich. Immer mehr Jobs verlangen akademische Abschlüsse und die Steuerleistung von AkademikerInnen ist dreimal höher als ihre Ausbildung kostet. Alles gute Gründe, Studiengebühren abzuschaffen – was rund um Österreich derzeit überall passiert.

Es reicht! Genug mit den ständigen Diskussionen über Nebenschauplätze. Reden wir über das, was es wirklich braucht, um das Hochschulwesen zu reformieren: Soziale Absicherung für alle Studierenden, Förderung der Forschung und Lehre, eine eklatante Verbesserung der Betreuungsverhältnisse und dafür eine ausreichende Finanzierung. Dazu braucht es eine Politik, die für Bildung brennt und sich dazu bekennt, weil sie der Schlüssel zu einer gerechteren Gesellschaft sein kann. Dieses Feuer fehlt leider auf der gesamten Regierungsbank.

 

 

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Hochschulpolitik (3.)

THESE 22: Für eine bessere Finanzierung der österreichischen Hochschulen sind erhöhte öffentliche und private Investitionen erforderlich.

Österreich darf sich nicht mit dem OECD-Mittelwert bei der Hochschulfinanzierung zufriedengeben. Ohne eine bessere Finanzierung der Hochschulen wird es nicht möglich sein, das hohe Wohlfahrtniveau zu halten. Die öffentlichen Ausgaben müssen spürbar angehoben und sozial verträgliche Studiengebühren eingeführt werden.

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Hochschulpolitik (4.)

THESE 23: Die Universitäten benötigten Zulassungsverfahren, damit der Dropout sinken und die Absolventenquote steigen kann.

Hochschulen benötigen das Recht, ihre Studenten in Abstimmung mit ihren Ausbildungskapazitäten aufzunehmen. Dadurch können sie ein differenziertes Studienangebot entwickeln, das auf jene Forschungs-und Beschäftigungsbereiche abgestimmt ist, in denen es Nachfrage und Bedarf gibt. In Kombination mit einer Studienplatzfinanzierung würde das die desolate Situation in den Massenfächern bereinigen.

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Hochschulpolitik (5.)

THESE 24: Studienförderung in Form sozialverträglicher Darlehen trägt der Lebensrealität junger Erwachsener besser Rechnung als Familienförderung.

Sie könnten am leichtesten Distanz zu denjenigen ihrer Interessen gewinnen, die sich nur durch staatliche Subvention verfolgen lassen.

Erst wenn das aufhört, kann auch die Erwartung an alle anderen einleuchten, die Anspruchsinflation zu beenden und die Bedürftigen, Armen von denen zu unterscheiden, die nur weniger haben als andere.

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Hochschulpolitik (6.)

THESE 25: Der akademische Nachwuchs braucht realistische Perspektiven und frühe Selbstständigkeit.

Derzeit ist die Anziehungskraft des Hochschullehrerberufs durch eine unzumutbar lange Phase von Arbeitsplatzunsicherheit beeinträchtigt, die zudem durch eine Einschränkung in der selbstständigen Berufsausübung gekennzeichnet ist.

Abhilfe könnte ein Tenure Track schaffen, der in Nordamerikaseit Langem etabliert ist. Kernstück dieses Laufbahnschemas ist eine frühzeitige meritokratische Selektion des akademischen Personals.

Schon Assistentenstellen werden dabei nicht intern rekrutiert, sondern ausgeschrieben und in der Regel extern besetzt. Sie sind aber keinem professoralen Mentor zugeordnet, sondern können sich der selbstständigen Bewährung in Forschung und Lehre widmen. Erst nach erfolgreicher Evaluierung rückt der Nachwuchsforscher in der Laufbahn vor und erhält eine unbefristete Anstellung.

Entscheidend ist, dass dieses unbefristete Beschäftigungsverhältnis schon beim Eintritt in den Tenure Track in Aussicht gestellt wird.

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