Reformen ohne Tabu - 95 Thesen für Österreich. Sichern Sie sich Ihr Exemplar!

Reformen ohne Tabu

95 Thesen für Österreich

23 Autoren skizzieren in 95 Thesen in welche Richtung Reformen und Veränderungen für die Zukunftsfähigkeit Österreichs gehen könnten.

  • “Geradezu umstürzlerisch.”


    Neue Zürcher Zeitung
  • “Experten mit Mut.”


    Kurier
  • “In kleinen Schritten zum großen Wurf.”


    Trend
  • “Do Tank statt Think Tank.”


    BÖRSEN-KURIER

Medienpolitik

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(4 | 4.3)

Die duale Finanzierung des ORF ist durch die EU bestätigt worden (1.)

REPLIK AUF HORST PIRKERS THESEN: 48 Cent pro Tag – weniger als die Hälfte vom Preis der meisten Tageszeitungen. So viel zahlen die Österreicher für den ORF. Für zwei Vollprogramme, zwei Spartenkanäle, drei nationale Radioprogramme und neun Regionalsender.
Von großzügig kann also keine Rede sein. Sehr wohl aber – und Pirker weiß das, verschweigt es aber – ist soeben durch die EU die duale Finanzierung des ORF bestätigt und konkretisiert worden.

Pirker unterliegt drei konkreten Irrtümern

  1. Der öffentlich-rechtliche Auftrag ist unteilbar: es geht doch nicht um einzelne Sendungen! Es geht um einen Versorgungs-, Bildungs- und Kulturauftrag, für den man Kapazitäten bereithalten und klare Regulative (zB Redakteursrechte) implementiert haben muss.
  2. Das Gebührensplitting ist keineswegs “state of the art”. Es ist eine von kommerziellen Medienanbietern vorgebrachte Variante zu deren Gewinnsteigerung und wird daher von Gesetzgebern immer wieder zu Recht zurückgewiesen.
  3. Online: Selbstverständlich muss es dem ORF erlaubt sein – und vielleicht sogar von ihm gefordert werden – im Online-Bereich Qualitätsinhalte zu verbreiten. Alles andere wäre der Forderung gleichgekommen, dem ORF vor Jahrzehnten die Einführung des Farbfernsehens zu verbieten – und dieses für kommerzielle Anbieter zu reservieren. Im Gegenteil: Im Online-Bereich sollten alle Produzenten von Inhalten gegen jene vorgehen, die deren Content parasitär zur eigenen Vermarktung absaugen (Suchmaschinen, soziale Netzwerke). Das wäre die richtige These für die Zukunft.

 

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(11 | 4.4)

Medienpolitik (2.)

THESE 74: Österreich braucht einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Gleichzeitig muss die seit Jahren geltende Doktrin für den Österreichischen Rundfunk verabschiedet werden, jedem etwas zu bieten und allen alles sein zu wollen.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der über weite Strecken anbietet, was private Medienunternehmen auch anbieten, zerstört Werte, weil er den Menschen keinen unverwechselbaren Nutzen bietet und die privaten Medienangebote in deren eigener Entwicklung behindert.

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(5 | 4.4)

Medienpolitik (3.)

THESE 75: Die faktische Allianz von Boulevard und Politik in Österreich ist verhängnisvoll für das Land und seine Menschen. Die Politik muss diesen Teufelskreis durchbrechen.

Staatliche Ressourcen, dazu zählen neben der in Österreich im Vergleich zu den üppigen  Rundfunkgebühren ohnedies mickrigen Presseförderung auch bezahlte Inserate der Republik und ihrer Einrichtungen, gehören – wenn überhaupt – in Medien mit besonderen Ansprüchen, aber nicht in den breiten Boulevard.

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(6 | 4.0)

Medienpolitik (4.)

THESE 76: Es braucht eine neue Medienförderung.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erhält 95 % der Medienförderung, während sich alle anderen Medien zusammen mit den übrigen 5 % begnügen müssen.

Eine ausgewogenere Verteilung zwischen den einzelnen Mediengattungen, spürbar weg vom Verhältnis 95 % zu 5 %, wäre ein nötiger Zwischenschritt. Aber erst die Entkoppelung von institutionellen Anknüpfungen hin zu entsprechenden inhaltlichen Kriterien, also der Förderung von Inhalten und Formaten, die dem demokratischen Gefüge dienen, wäre „state of the art“.

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Medienpolitik (5.)

THESE 77: Österreich muss sich auch bei wohlerworbenen Rechten im Medienbereich bewegen – und das rasch.

Wenn Österreich seine im internationalen Vergleich hoch privilegierte Situation nur annähernd behalten will, muss sich die Medienwirtschaft von alten Kollektivverträgen verabschieden.

Auch das “wohlerworbene” Urheberrecht der Mitarbeiter, dass Inhalte, die von ihnen im Rahmen ihrer bezahlten Tätigkeit im Unternehmen erarbeitet werden, für das Medienunternehmen kaum über die Primärnutzung hinausgehen muss aufgegeben werden.

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