Reformen ohne Tabu - 95 Thesen für Österreich. Sichern Sie sich Ihr Exemplar!

Reformen ohne Tabu

95 Thesen für Österreich

23 Autoren skizzieren in 95 Thesen in welche Richtung Reformen und Veränderungen für die Zukunftsfähigkeit Österreichs gehen könnten.

  • “Geradezu umstürzlerisch.”


    Neue Zürcher Zeitung
  • “Experten mit Mut.”


    Kurier
  • “In kleinen Schritten zum großen Wurf.”


    Trend
  • “Do Tank statt Think Tank.”


    BÖRSEN-KURIER

Pensionssystem

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Wer will, dass länger gearbeitet wird, muss das auch möglich machen (1.)

REPLIK AUF LEOPOLD STIEGERS THESEN:

Den Thesen von Leopold Stieger zum Pensionssystem kann ich nur zum Teil folgen. Wer will, dass länger gearbeitet wird, muss das vor allem auch möglich machen. Folgendes möge als Denkanstoß dienen:

  1. Im Jahr 2010 betrug das durchschnittliche Zugangsalter bei Alterspensionen bei Männern knapp 63/bei Frauen über 59 Jahre, bei der Invaliditätspension knapp 54 Jahre bei Männern/rund 49 bei Frauen.
  2. Wir haben jährlich 70.000 Anträge auf Invaliditätspension, 40.000 werden abgelehnt, aber 30.000 gehen in Invaliditätspension. Das zeigt: Nicht das faktische Pensionsantrittsalter sondern die Invaliditätspensionen ist die sozialpolitische Herausforderung.
  3. Psychischen Erkrankungen als Ursache für Pensionierungen haben sich in 10 Jahren nahezu verdoppelt. Hier brauchen wir eine Präventionsoffensive.
  4. Rund 40 Prozent von krankheitsbedingten Neuzugängen erfolgen aus der Arbeitslosigkeit, 30 Prozent aus dem Krankengeldbezug und nur rund 25 Prozent aus der Erwerbstätigkeit.

Das zeigt, dass viele Unternehmen ältere, gesundheitlich beeinträchtigte ArbeitnehmerInnen einfach kündigen. Da brauchen wir eine neue Unternehmenskultur und -organisation in deren Zentrum auch alternsgerechte Arbeitsplätze stehen.


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Pensionssystem (2.)   USER-THESE

dynamisches pensionssystem

das dynamische pensionssystem ist fair, nachvollziehbar, transparent, 100 % finanzierbar, unendlich funktionierend, vom versicherten beeinflussbar und praktisch in jedes land der welt exportierbar. die pension besteht aus einem inflationsgeschützten staatlichen sockelbetrag ab einem gewissen alter und einem umlagefinanzierten anteil. der pensionsantrittszeitpunkt kann frei gewählt werden. der pensionsempfänger kann dazuverdienen, so viel er will. der beitrag wird nachversteuert und erhöht zusätzlich die pension. die methode hat einen gravierenden nachteil: die pensionistenvertreter können sich nicht mehr so oft wichtig machen.

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Pensionssystem (3.)

THESE 34: Unternehmen werden mit Älteren anders umgehen müssen, bevor es weh tut.

Ältere Mitarbeiter sollen nicht mehr gekündigt werden, um kurzfristig und kurzsichtig die Bilanz in Ordnung zu bringen. Vielmehr sollten Unternehmen ein Senior-Retention-Programm aufbauen, um das Know-How weiterhin zu binden und länger zu nützen.

Strategisch handelnde Unternehmen erkennen, dass der drohende Fachkräftemangel durch Migration nicht zu beseitigen ist und begegnen ihm mithilfe ihrer älteren Mitarbeiter.

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Pensionssystem (4.)

THESE 35: Österreich braucht ein Anreizsystem, damit Menschen länger arbeiten wollen und können.

Länger arbeiten muss sich in Zukunft lohnen und selbstgewählte längere Arbeitszeit auch wesentlich höhere Prämien bzw. Zuschläge bieten. Alle Frühpensionierungs-Verlockungen gehören gestrichen und die Ruhensbestimmungen aufgehoben.

Ein Staat handelt grob fahrlässig, wenn er den Weg in die Frühpension ebnet. Untätigkeit tötet. Bürger zur Untätigkeit zu zwingen, verletzt die Menschenrechte in grober Weise.

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Pensionssystem (5.)

THESE 36: Das gesetzliche Pensionierungsdatum wird eine fiktive Größe.

Jeder bestimmt selbst den persönlichen Übergangs-Termin und entscheidet frei über finanzielle Vor- und Nachteile, über Zu- und Abschläge auf seinem Pensionskonto.

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Pensionssystem (6.)

THESE 37: Die Pensionierung muss eine Membran sein, die in beiden Richtungen durchlässig ist.

Formen der Durchlässigkeit sind sowohl für die Person, als auch für Unternehmen hilfreich und notwendig. Dazu gehören Flexibilität bei Gehaltsvereinbarungen und Arbeitszeiten und die Abschaffung vieler „Schutzbestimmungen für Ältere“.

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Pensionssystem (7.)

THESE 38: Wir müssen das Potenzial älterer Arbeitnehmer erkennen.

Tatsächlich gibt es neue Fähigkeiten im Alter, die vorher nicht vorhanden waren: So werden beispielsweise die berufliche Kenntnisse besser und die Reaktionsmöglichkeiten variationsreicher. Auch die Geduld nimmt zu und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst. All das sind Eigenschaften, die in einem Unternehmen gebraucht werden.

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Pensionssystem (8.)

THESE 39: Das frühere Pensionsantrittsalter für Frauen muss rasch angeglichen werden.

Da die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen höher ist als die der Männer, ist diese Regelung anachronistisch und überhaupt nicht mehr zu verstehen.

In der Wirtschaft mindert es ihre Aufstiegschancen und finanziell ist das frühere Pensionierungsalter ein erheblicher Nachteil bei der Berechnung für ihre spätere Pension.

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