Reformen ohne Tabu - 95 Thesen für Österreich. Sichern Sie sich Ihr Exemplar!

Reformen ohne Tabu

95 Thesen für Österreich

23 Autoren skizzieren in 95 Thesen in welche Richtung Reformen und Veränderungen für die Zukunftsfähigkeit Österreichs gehen könnten.

  • “Geradezu umstürzlerisch.”


    Neue Zürcher Zeitung
  • “Experten mit Mut.”


    Kurier
  • “In kleinen Schritten zum großen Wurf.”


    Trend
  • “Do Tank statt Think Tank.”


    BÖRSEN-KURIER

Schulpolitik

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Schulpolitik (1.)   USER-THESE

Aufgabe der Schule: Fordern und fördern – bei jedem Kind das Maximum seiner Begabungen generieren

Das gesamte Schulwesen ist Bundessache.
Für alle Schulrichtungen und Schulstufen werden Mindestleistungsstandards in den wichtigsten Gegenständen festgelegt.
Die Schule – und damit der Direktor und die LehrerInnen sind verpflichtet, dass diese Standards erreicht werden. Für minder begabte Kinder werden entsprechende Kurse angeboten.
Für Kinder, die permanent die Leistungsziele mehrerer Gegenstände trotz Förderung nicht erreichen, werden eigene Bildungswege eingerichtet.
Für (in einzelnen Gegenständen ) höher begabte Kinder werden eigene Hochbegabungs-Kurse / -Klassen/ -Schulen vorgesehen.

Zusätzlich kann jede Schule kann von sich aus – in bestimmten Fächern – darüber hinausgehende höhere Lehrplanzielniveaus geben. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Begabtenförderung.
Förderung Minderbegabter kann von der Schule beantragt werden (je nach Struktur der Schüler) und wird aus einem eigenen Bundestopf finanziert

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Gesamtschule ist ein Prestigeprojekt (2.)

REPLIK AUF BERND SCHILCHERS THESEN: Wenn wir von Erfahrung sprechen, dann müssen wir beachten, dass es im internationalen Vergleich mehr negative als positive Erfahrungen gibt. Dass einige Länder daneben liegen sieht man am Beispiel von Deutschland: Im Norden, wo die Gesamtschule bereits umgesetzt ist, sind die Ergebnisse der PISA-Studie schlechter als in Bayern und Baden-Württemberg, wo es ein differenziertes Schulsystem gibt. Aber auch zu glauben, dass finnische System sei der Weisheit letzter Schluss, ist eine naive Leugnung der Fakten. Norwegen hat ebenfalls die Gesamtschule und schneidet bei den PISA-Tests vergleichsweise schlecht ab. Die Niederlande haben ebenso wie Österreich ein dreigliedriges System (Volksschule, Hauptschule und Gymnasium) und erzielen bei PISA bessere Ergebnisse.

Statt sündteurem Aufwand für das Schmied-Prestigeprojekt Gesamtschule, welches Aufgrund von Lehrermangel und unpassender Schulgebäude nicht umgesetzt werden kann, fordere ich mehr Verantwortung an der Schule. Lehrer dürfen nicht zum Spielball des Ministeriums werden und Lehrpläne nach Strich und Faden befolgen. Die Schulgemeinschaft muss gestärkt werden! Schüler, Eltern und Lehrer sollen auf Basis der Bildungsziele den Unterrichtsinhalt selbst bestimmen. Denn wer Verantwortung hat ist auch motiviert im Bildungswesen etwas zu bewegen.

 

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Eltern sollen autonom entscheiden können (3.)

REPLIK AUF BERND SCHILCHERS THESEN: Wenn wir von flächendeckender Ganztagsschule sprechen, ist es wichtig zu beachten, dass diese nicht verpflichtend sein soll, sondern als mögliche Alternative zu der “normalen” Halbtagesvolksschule. Diese gibt 72 Prozent der Kinder, deren Eltern berufstätig sind, die Möglichkeit gut versorgt zu sein, aber auch umfassende Bildung zu genießen. Es ist jedoch wichtig jedem Elternteil autonom die Entscheidung zu lassen, ob das Kind halbtags oder ganztags betreut werden soll.

Es ist zu beachten, dass den Ganztagesschulen Ressourcen in allen Bereichen zur Verfügen zu stellen sind. Die anderen Schulen dürfen darunter aber unter keinen Umständen leiden. So wird gewährleistet, dass jedem Kind eine vielfältig Bildung, welche es auf das Leben, nicht nur auf den Abschluss, vorbereitet. Dabei sind alternative Lernmethoden genauso wichtig wie das Angebot an Möglichkeiten die Freizeit sinnvoll zu gestalten. Durch dieses Modell könnte das “In-die-Schule-Gehen” einen völlig neuen Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen sowie vielseitiger und individueller angewandt werden. Ob jedoch die Ganztagsschule ein Allheilmittel für alle momentanen Probleme ist, ist kritisch zu hinterfragen.

 

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Schulpolitik (4.)

THESE 16: Wir brauchen ein flächendeckendes Angebot an elementar-pädagogischen, auch ganztägigen Einrichtungen, die Kindern ab dem ersten Lebensjahr – bei Bedarf – eine anregende Umgebungund liebevolle Betreuung bieten.

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Schulpolitik (5.)

THESE 17: Wir brauchen eine gemeinsame Schule für Kinder aus allen sozialen Schichten und Kulturen mit den verschiedensten Begabungen bis zum 14. Lebensjahr, um gleiche Aufstiegschancen für alle zu bieten, miteinander leben und arbeiten zu lernen und gegenseitige Hilfe und Unterstützung zu üben.

Es gibt die Trennung in Gymnasien und andere Schulen mit dem 10. Lebensjahr nur noch in Deutschland und Österreich. Alle anderen Länder tun das längst nicht mehr.

Allerdings funktioniert eine gemeinsame Schule nur, wenn die Begabungen jedes einzelnen Kindes so früh wie möglich festgestellt und nachdrücklich gefördert werden. Ebenso wie es eine durchgehende Förderung bei einzelnen Schwächen der Kinder geben muss (Individualisierung des Unterrichts durch ein Zwei-Lehrer-System).

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Schulpolitik (6.)

THESE 18: Wir brauchen ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen als Regelschulen, weil die heute zu 72 % berufstätigen Eltern die vielfältigen Aufgaben der Begabungsförderung und der Unterstützung bei Leistungsschwächen wie auch die Vermittlung von sozialen Kompetenzen nicht erfüllen können.

Schon heute fehlt in der Halbtagsschule die Zeit für das Wiederholen und Vertiefen.

Dazu kommt, dass die überwiegend berufstätigen Familien das alles längst nicht mehr leisten, was von ihnen immer noch verlangt wird: Sporterziehung am Nachmittag, Vertiefung in Naturwissenschaften, Fremdsprachen, grundlegende Wirtschaftskenntnisse und vor allem die Einübung in soziale Kompetenzen. Das alles muss in Ganztagschulen geschehen.

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Schulpolitik (7.)

THESE 19: Wir brauchen dringend eine massive Erhöhungvon akademischen Qualifikationen.

Wenn wir die Anzahl der akademischen Abschlüsse pro Jahr im Verhältnis zur Jahrgangskohorten jährlich um 2 % steigern, können wir im Jahr 2020 die von der OECD vorgesehenen 40 % erreichen.

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Schulpolitik (8.)

THESE 20: Alle parteipolitisch besetzten Schulgremien werden ersatzlos gestrichen.

Die verheerende Praxis der Postenbesetzung im Schulbereich nach Parteizugehörigkeit wird abgeschafft.

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Schulpolitik (9.)

THESE 21: Die rein machtpolitische Aufteilung der Bildungsagenden auf Bund, Länder und Gemeinden wird beendet.

Die Bezirksschulräte und ihre parteipolitisch besetzten Kollegien werden ersatzlos gestrichen. Ebenso die Landesschulräte und ihre Kollegien und die Schulabteilungen der Länder. An ihre Stelle treten schlanke Bildungsdirektionen in den Ländern, die im Auftrag des Bundes und mithilfe der Bezirks- und Landesschulinspektoren für das Controlling und die Qualitätssicherungzuständig sind.

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Schulpolitik (10.)

THESE 13: Wir brauchen ein Governance-System mit Selbstverantwortung für Schulen und Hochschulen.

Schulen, aber auch Hochschulen, benötigen ein Mehr an modernem, selbstbestimmtem Management und weniger Verwaltung und Kontrolle.

Insbesondere im schulischen Bereich ist heute der Direktor einer Schule nicht mehr als ein „Hausmeister für die Stundenpläne“. Künftig soll er die Auswahl des Personals an der betreffenden Schule wie auch die Gestaltung des Unterrichts nach den Bedürfnissen der Schülerinnen, Schüler und Eltern managen.

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Schulpolitik (11.)

THESE 14: Lehrerinnen und Lehrer sind die Architekten der Zukunft.

Es gilt, das Lehrpersonal sorgfältig auszuwählen, von bürokratischen Hemmschwellen zu befreien und den Spielraum der beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten zu erweitern.

Für Pädagoginnen und Pädagogen müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es ihnen ermöglichen, Erfahrungen und Eindrücke der verschiedenen Lebens- und Arbeitswelten zu sammeln, für die sie die Kinder und Jugendlichen vorbereiten sollen.

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Schulpolitik (12.)

THESE 15: Lernen endet nicht am Schultor – bleiben wir neugierig!

Wir müssen die Hürden im Zugang zu Weiterbildung abschaffen.

Die heutige Form der Berufsreifeprüfung gehört im Zuge der Bildungsreform auf den Prüfstand. Und von Seiten der Unternehmen ist höhere Sensibilität auf Weiterbildungsmöglichkeiten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu legen.

Nicht nur im unternehmenseigenen Aus- und Weiterbildungsangebot, sondern auch im Ermöglichen von berufsbegleitenden Fachhochschul oder Universitätsstudien bzw. Fachausbildungen.

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