Reformen ohne Tabu - 95 Thesen für Österreich. Sichern Sie sich Ihr Exemplar!

Reformen ohne Tabu

95 Thesen für Österreich

23 Autoren skizzieren in 95 Thesen in welche Richtung Reformen und Veränderungen für die Zukunftsfähigkeit Österreichs gehen könnten.

  • “Geradezu umstürzlerisch.”


    Neue Zürcher Zeitung
  • “Experten mit Mut.”


    Kurier
  • “In kleinen Schritten zum großen Wurf.”


    Trend
  • “Do Tank statt Think Tank.”


    BÖRSEN-KURIER

Steuersystem

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Steuern müssen niedriger, einfacher und gerechter werden (1.)

REPLIK AUF GOTTFRIED HABERS THESEN:

Das BZÖ fordert ein einfaches, aber revolutionäres Steuersystem, durch das die kalte Progression und die soziale Ungerechtigkeit des derzeitigen Steuersystems beendet werden. Kern dieses Vorschlags ist eine Flat-Tax, also ein einheitlicher Abgabensatz, die zusammen mit einem Steuerfreibetrag in Höhe von 11.000 Euro Gerechtigkeit durch eine deutlich niedrigere Gesamtbelastung kleiner und mittlerer Einkommen, aber eine höhere Belastung sehr hoher Einkommen garantiert. Die Einheitsabgabe im BZÖ-Modell ersetzt Lohn- und Einkommensteuer sowie die Sozialversicherungsbeiträge. Dem Steuerzahler wird nur ein einziger und einheitlicher Prozentsatz abgezogen. Vom Jahreseinkommen wird zuerst der Steuerfreibetrag von 11.000 Euro subtrahiert. Von der verbleibenden Summe wird die Flat-Tax samt Sozialversicherung in der einheitlichen Höhe von 44 Prozent abgezogen – für Steuer und Sozialversicherung. Im Bereich von Bruttojahreseinkommen zwischen der Geringfügigkeitsgrenze und 14.235,28 Euro gilt dagegen ein einheitlicher Abgabensatz von zehn Prozent, der die jetzigen Abgaben für Sozialversicherung und Lohnsteuer (ab 10.000 bzw. 11.000 Euro Jahresbruttoeinkommen) ersetzt. Insgesamt werden durch das Flat-Tax-Modell nahezu alle Steuerpflichtigen deutlich entlastet. Lediglich für Spitzenverdiener mit sechsstelligen Jahresgagen steigt – im Gegensatz zur derzeitigen Einkommensteuer – die Belastung. Im Rahmen der Flat-Tax soll organisatorisch das Prinzip der Individualbesteuerung beibehalten werden, wirtschaftlich jedoch soll die Familienförderung mittels steuerlicher Vorteile entscheidend an Gewicht gewinnen. Ein noch komplizierteres Steuern – wie es Prof. Haber vorschlägt – ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Die Bürgerinnen und Bürger finden sich heute schon nicht im Steuerdschungel zurecht. Ziel muss es sein, dass künftig jeder Österreicher sein Steuer- und Abgabenaufkommen auf einem Bierdeckel ausrechnen kann.

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Steuersystem (2.)   USER-THESE

flexible zahl der gehälter

um die zahl der gehälter und die besteuerung des 13. und 14. gehaltes ist ein glaubenskampf entstanden. aus welchem plausiblen grund kann nicht jeder selbst entscheiden, ob er sein gehalt in 12 oder 14 raten bekommt? ist es nicht vollkommen egal, ob ich 12 x 1400,- oder 14 x 1200,- bekomme? die begünstigungen des 13. und 14. gehaltes sollten sinnvoll in einen belastungsfreien sockelbetrag für alle umgewandelt werden. im falle einer umstellung auf 12 gehälter steht es jedem frei, ein monatssechstel automatisch auf ein sparbuch oder konto umbuchen zu lassen. das hat den selben effekt wie das 13. und 14. gehalt.

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Steuersystem (3.)   USER-THESE

sozial- und steuer-konto (sust-konto)

die berechnung der lohnnebenkosten ist enorm kompliziert und aufwändig. mit einführung eines sust-kontos überweist der arbeitgeber zb. 70 % des brutto-brutto-einkommens an den arbeitnehmer und 30 % auf sein sust-konto. von diesem sust-konto werden einkommenssteuer, sozialversicherungsbeiträge, selbstbehalte und lohnnebenabgaben abgebucht und transferleistungen aufgebucht. der saldo wird dem versicherten am monatsende überwiesen. der jahressteuerausgleich erfolgt automatisch. das sust-konto ist auch als transparenz-konto geeignet, wenn alle sozialhilfen über das konto abgewickelt werden.

die vision hinter dem sust-konto ist, dass das beschäftigen von menschen in zukunft so einfach sein muss wie das bestellen eines buches im internet.

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Steuersystem (4.)   USER-THESE

all-in-flat-tax

die einkommensbesteuerung und die berechnung der sozialversicherungsbeiträge ist enorm kompliziert. die hohen prozentsätze wirken sehr demotivierend. die hauptlast tragen die mittleren einkommen, die gleichzeitig sozialversicherungsbeiträge und einkommenssteuer zahlen.

die lösung ist der umstieg auf ein brutto-brutto-einkommen. es berechnet sich aus dem bisherigen bruttoeinkommen plus sonderzahlungen plus dienstgeberbeiträge. dieses brutto-brutto-einkommen kann gleich behandelt werden wie alle anderen einkunftsarten. ein sockelbetrag soll belastungsfrei bleiben, von 2000,- bis 20.000,- wird 25 % sozialversicherungsbeitrag bezahlt, über 20.000,- 25 % einkommenssteuer.

das detailkonzept der all-in-flat-tax findet sich im buch “österreich 2030 – strategien für die alpenrepublik”

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Steuerpolitik (5.)

THESE 58: Ein gerechtes Steuersystem ist einfach im Konzept, umfassend und treffsicher.

Die Gesamtheit aller Einkünfte muss die Bemessungsgrundlage für die Einkommensbesteuerung und die Sozialversicherung darstellen.

Auch alle Transfers sollten letztendlich anhand dieser gesamten Einkommenssituation gestaffelt sein.

Die Steuertarife könnten dann um 3–6 Prozentpunkte und Sozialversicherungsbeiträge um 2–4 Prozentpunkte gesenkt werden.

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Steuerpolitik (6.)

These 59: Der Einkommensteuertarif muss komplexer werden.

Die Bemessungsgrundlage muss einfach, der Tarif der Einkommensteuer aber „glatt“ und damit komplex sein. Er soll bis zu einem Betrag von 10.000 EUR 0 % betragen und dann kontinuierlich linear für jeden verdienten Euro ansteigen, bis bei 100.000 EUR ein höchster Steuersatz von 45 % erreicht ist.

 

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Steuerpolitik (7.)

THESE 60: Sogenannte Steuerreformen allein reichen nicht aus, eine Umstellung des Gesamtsystems ist erforderlich.

Das Steuersystem muss im Kontext des Transfersystems und der öffentlichen Sozialversicherung reformiert werden.

Das Sozialversicherungssystem könnte sich nach versicherungsmathematischen Prinzipien ohne jegliche Umverteilung selbst tragen, während das Steuer- und Transfersystem der zielgerichteten Umverteilung bzw. der Finanzierung des Staates dienen würde.

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Steuerpolitik (8.)

THESE 61: Ein gutes Steuersystem konzentriert sich auf das Einkommen.

Ein gerechtes und handhabbares Steuersystem besteuert lediglich das Einkommen und nicht das Vermögen. Zum Einkommen wird dabei dann aber alles gezählt, z.B. auch Gewinne aus einem Vermögenszuwachs.

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Steuerpolitik (9.)

THESE 62: Das Steuersystem der Zukunft weist Elemente der Familienbesteuerung und des Familiensplitting auf.

Progression und Gesamtsteuerlast bemessen sich am Familieneinkommen. Die Verteilung der Steuer auf die einzelnen Personen richtet sich jedoch nach dem Leistungsfähigkeitsprinzip, also nach deren individuellem Einkommen.

 

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